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Beurteilung einer Unternehmensplanung bei Bewertungen, Restrukturierungen, Due Diligence und Fairness Opinion

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Die Beurteilung von Unternehmensplanungen stellt in der Praxis häufig eine Herausforderung dar, da die Qualität und der Detaillierungsgrad von Unternehmensplanungen im Einzelfall mitunter stark voneinander abweichen und von integrierten Unternehmensplanungen, bestehend aus einer GuV-, Bilanz- und Cashflowplanung bis hin zur Planung einzelner Kennziffern reicht. Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass Planzahlen ausschließlich zukunftsorientierte Informationen eines Unternehmens abbilden, die nicht mit Sicherheit prognostiziert werden können. Folglich kann keine Aussage über die Richtigkeit einer Unternehmensplanung, sondern vielmehr nur eine Aussage über die Plausibilität von Planungsannahmen und deren zugrunde liegenden Ermessensspielräume sowie die Planungsergebnisse getroffen werden.

Der neue Praxishinweis des Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) legt in Ergänzung zu den bereits bestehenden berufsständischen Verlautbarungen allgemeine Leitlinien sowie Analysehandlungen für die Durchführung von Planungsbeurteilungen fest und nennt Besonderheiten bei der Planungsbeurteilung im Fall einer Unternehmensbewertung, Restrukturierung, Due Diligence und Fairness Opinion.

Allgemeine Maßstäbe für eine Planungsbeurteilung

Grundsätzlich sollte eine Planungsbeurteilung laut dem Praxishinweis des IDW würdigen, inwiefern eine Unternehmensplanung unter anderem aktuell, vollständig, nachvollziehbar, konsistent, risikoadäquat und frei von Widersprüchen ist. Aufgrund der Vielzahl von Planungsanlässen sollte zudem beurteilt werden, ob die Unternehmensplanung für die Zielsetzung bzw. den Planungsanlass angemessen ist. Auf Basis vergangener Unternehmensinformationen sollte darüber hinaus plausibilisiert werden, inwiefern der Ausgangspunkt der Planung als Aufsatzpunkt geeignet ist.

Analysehandlungen für eine Planungsbeurteilung

Der Praxishinweis des IDW schließt für die Planungsbeurteilung unter anderem die Gewinnung eines Verständnisses vom Planungserstellungsprozess mit ein, um eine Einschätzung zu erlangen, zu welchem Zweck die Planung erstellt wurde und wessen Einschätzungen in die Planung eingeflossen sind. Zudem sollte gewürdigt werden, inwiefern detaillierte Teilpläne, zum Beispiel Umsatz- oder Personalplanung, in der Gesamtplanung Berücksichtigung finden.

Hinsichtlich der Beurteilung der Plausibilität unterscheidet der Praxishinweis des IDW drei Kategorien:

  1. Rechnerische und formelle Plausibilität - Beurteilung der rechnerischen Richtigkeit, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit der Dokumentation.
  2. Interne materielle Plausibilität - Beurteilung der Angemessenheit, Nachvollziehbarkeit und Konsistenz der Planungsannahmen und Planungsergebnisse beruhend auf Erläuterungen des Managements sowie auf Erkenntnissen aus der Unternehmensanalyse.
  3. Externe materielle Plausibilität - Beurteilung der Angemessenheit, Nachvollziehbarkeit und Konsistenz der Planungsannahmen und Planungsergebnisse auf Basis der Erkenntnisse aus dem Markt- und Wettbewerbsumfeld.

Anlassbezogene Besonderheiten der Planungsbeurteilung

In Abhängigkeit vom Anlass der Planungsbeurteilung unterscheidet sich der Schwerpunkt bei der Durchführung der Planungsbeurteilung. Während sich die Beurteilung der Unternehmensplanung für eine Unternehmensbewertung oder Fairness Opinion häufig auf die Fragestellung fokussiert, inwiefern sich ein Unternehmensergebnis nachhaltig in der Zukunft entwickelt, liegt der Schwerpunkt der Planungsbeurteilung im Zusammenhang mit der Sanierung eines Unternehmens häufig auf der kurz- bis mittelfristigen Liquiditätsentwicklung sowie der Beurteilung, ob eine Sanierungsfähigkeit besteht bzw. die geplanten Sanierungsmaßnahmen zu einer nachhaltigen Liquiditäts- und Ertragsverbesserung führen. Die vorgenannten Anlässe einer Planungsbeurteilung unterliegen zudem veröffentlichten Standards des IDW, zum Beispiel dem IDW S1 (Unternehmensbewertung), IDW S6 (Sanierungen) oder IDW S8 (Fairness Opinion). Ein Standard für die Durchführung einer Financial Due Diligence wurde bislang seitens des IDW nicht veröffentlicht. Folglich gestaltet sich die Durchführung einer Planungsplausibilisierung im Rahmen einer Financial Due Diligence deutlich freier, wenngleich die vorgenannten Maßstäbe und Analysehandlungen bereits regelmäßig auch im Rahmen einer Financial Due Diligence Anwendung finden.

Die FAS AG unterstützt Sie bei der Durchführung von Planungsbeurteilungen

Der Bereich Valuation & Transaction Services der FAS AG umfasst die Begleitung bei Unternehmenstransaktionen beispielsweise in Form von Due Diligence Untersuchungen, weiteren buy-side und sell-side Services sowie Bewertungsleistungen wie gutachterliche und indikative Unternehmensbewertungen, Purchase Price Allocations, Impairment Tests und Optionsbewertungen. Wir sind Spezialist für die Durchführung von Planungsbeurteilungen und verfügen über zahlreiche Referenzprojekte auf diesem Gebiet. Treten Sie mit uns in Kontakt – wir besprechen mit Ihnen gerne Ihre aktuellen Herausforderungen.

Über den Autor – Marcel Schall, Manager bei der FAS AG

Marcel Schall ist Manager im Bereich Transaction Services bei der FAS AG in Düsseldorf und war zuvor bei einer führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Bereich Corporate Finance und Transaction Services tätig. Er berät seit mehreren Jahren nationale sowie internationale Investoren bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen bzw. -verkäufen. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf der Durchführung von Financial Due Diligence-Projekten, der Erstellung und Plausibilisierung von Unternehmensplanungen sowie von Financial Fact Books und Vendor Due Diligences. Darüber hinaus war er bei der Durchführung von Unternehmensbewertungen sowie der Erstellung und Prüfung von Sanierungskonzepten beteiligt.