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Brexit Assessment – Praxisbericht eines Unternehmens der Nahrungsmittelindustrie

Customer Insight -

Ein international agierendes Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie hat bereits im letzten Jahr ein internes und konzernweites Projekt zur strukturierten Adressierung potentieller Risiken und Chancen eines No-Deal-Brexits aufgesetzt, um sich rechtzeitig auf die Auswirkungen eines Brexits vorzubereiten.

Hintergrund war es, dass das Unternehmen zum damaligen Zeitpunkt ca. die Hälfte des konzernweiten Jahresumsatzes im Vereinigten Königreich erwirtschaftete und im UK ebenfalls wesentliche Produktionsstandorte des Unternehmens lagen, die sowohl für den lokalen Markt als auch für den europäischen Kontinent produzierten. Zudem bestand die Intention darin, frühzeitig die Ideen und strategischen Initiativen der einzelnen Unternehmenseinheiten im Umgang mit den Herausforderungen zusammenzuführen, um aus Gesamtkonzernsicht sinnvoll zu agieren bzw. gegenläufige Strategien zu vermeiden.

Operativer Startpunkt war die Entscheidung der Konzerngeschäftsführung ein konzernweites Projekt zur Analyse der potentiellen Auswirkungen des Brexit aufzusetzen und dieses vom zentralen Risikomanagement koordinieren zu lassen. Daraufhin hat das Risikomanagement mehrere Workshops mit dem Top-Management durchgeführt, um die betroffenen Unternehmensbereiche/ Unternehmensfunktionen in der EU und im UK zu identifizieren. Basierend auf den Ergebnissen dieses „Quick-Checks“ wurde für jeden Bereich ein entsprechender Projekt Workstream definiert und für jeden dieser Workstreams entsprechende Verantwortliche in der EU und im UK benannt. Mit Letzteren wurden dann entsprechende Arbeitspakete definiert, um eine tiefergehende Transparenz hinsichtlich der aktuellen Lieferbeziehungen und den daraus resultierenden Implikationen zu gewinnen.

Für den Workstream „Procurement“ wurde dabei z. B. eine dezidierte Datenanalyse der bestehenden Lieferantenstruktur je Endprodukt vorgenommen, um zu verifizieren welche Produktbestandteile (z. B. Rohstoffe) für die Fertigung des Endprodukts im UK aus der EU benötigt werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde dann der potentielle Kostenanstieg für diese Komponenten aufgrund der zu erwartenden Zoll- und Steuerbelastung bei der Einfuhr simuliert. Auf Grundlage dieser Informationen wurde entschieden für welche Komponenten ggf. der aktuelle Lieferant durch einen lokalen Lieferanten ersetzt wird und ab welchem Zeitpunkt ein Ersatz in Form einer Second Source technisch und rechtlich möglich ist. In Einzelfällen konnte nicht auf eine Second Source im UK zurückgegriffen werden bzw. musste man den aktuellen EU-Lieferanten beibehalten.

Die für den Workstream „Procurement“ aufgeführte Vorgehensweise wurde seitens des Unternehmens für alle definierten Workstreams durchgeführt. Die wesentlichen Ergebnisse wurden jeweils managementgerecht aufbereitet und zur Entscheidungsfindung im Rahmen eines „Brexit Steering Committees“ herangezogen. Somit wurde sichergestellt, dass aus Gesamtkonzernsicht sinnvolle und ganzheitlich abgestimmte strategische Entscheidungen getroffen worden sind. Was die Kommunikation in Richtung der wesentlichen Stakeholder anging, so wurde im Rahmen des Projekts und in der Folge eine einheitliche Unternehmenskommunikation sichergestellt.

Aufgrund des Brexit Assessments konnte das Unternehmen wesentliche Risiken frühzeitig identifizieren und adressieren sowie resultierende wirtschaftliche Chancen realisieren. Die einheitliche Unternehmenskommunikation trug maßgeblich dazu bei, die Glaubwürdigkeit gegenüber den wesentlichen Stakeholdern zu bewahren.

Diese Erfahrungswerte haben wir in unseren Beratungsansatz (Brexit Assessment) einfließen lassen und sind somit in der Lage Sie zielgerichtet durch den Brexit-Prozess zu begleiten.