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Der Aktivurlauber und der Entspannungsurlauber

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Und, sind Sie wieder wohlbehalten aus Ihrem Urlaub zurückgekehrt? Haben Sie die Zeit genossen, sich gut erholt, tolle Erlebnisse gehabt, gut gegessen, viele interessante Eindrücke erfahren und neue Freundschaften geschlossen? Und sind Sie zu guter Letzt, endlich wieder voller Tatendrang an den Arbeitsplatz zurückgekehrt? Oder benötigen Sie womöglich nach dem Urlaub erst einmal Erholung vom Urlaub?

Welcher Urlaubstyp sind Sie denn? Eher der sportliche Aktivurlauber dessen Tag beim ersten Hahnenschrei mit einem schnellen Morgenlauf beginnt, sich dann mit diversen möglichst spektakulären Wassersportarten fortsetzt und abends oder nachts mit Stirnlampe und ein „bisschen“ Radeln schließt, dabei immer die brandneue Pulsuhr im Blick und auf der Jagd nach neuen Bestleistungen? Oder eher der entspannte Strandurlauber, der morgens gerne lange ausschläft, um dann nach einem ausführlichen, leckeren Frühstück oder Brunch den bequemen Liegeplatz im Schlafzimmer mit dem am Pool oder Strand zu tauschen und sich dabei gedanklich schon auf das opulente Abendessen vorbereitet, kurz unterbrochen von einem kleinen Snack zur Mittagszeit?

Spannend die Frage, ob sich hieraus auch Rückschlüsse auf das Verhalten im Job ziehen lassen? Ist der aktive Urlauber auch derjenige, der am Arbeitsplatz eine entsprechende Dynamik entfaltet und für den Performance, Performance und nochmals Performance zählt? Und der Entspannungsurlauber ist dann derjenige, der nicht vor 9 Uhr am Schreibtisch sitzt (oder noch besser gleich im Meetingraum mit Keksen und Kaffee) und auch sonst die Sache eher gemächlich angehen lässt – bloß kein Stress?

Oder ist es womöglich genau umgekehrt? Sind es diejenigen, die im Beruf die ganze Zeit bis zum „geht nicht mehr“ powern, die es dann im Urlaub relaxter angehen und die Erholung suchen? Und führt eine etwas ruhigere Arbeitseinstellung dazu, dass man sich dann in der Freizeit auf die Suche nach Höchstleistungen und Herausforderungen begibt? Man kann es wohl nicht eindeutig beantworten, aber spannend ist es auf jeden Fall, sich hierüber Gedanken zu machen. Vielleicht sollte man auf Arbeitgeberseite beim nächsten Bewerbungs- und Personalentwicklungsgespräch nicht so viel die fachlichen Qualitäten und Zeugnisse hinterfragen, sondern eher das Urlaubs- und Freizeitverhalten. Genauso könnte man sich aus Bewerber- oder Mitarbeitersicht Gedanken machen, was unter der Rubrik „Hobbies“ im CV denn wirklich erscheinen sollte.

Was aus meiner Sicht jedenfalls klar ist, dass berufliche und private Höchstleistung auch einhergehen müssen mit entsprechenden Erholungsmomenten. Auf die Dauer immer mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs zu sein, kann weder beim Autofahren noch bei der Berufstätigkeit sinnvoll sein. Irgendwann ist der Tank (oder im Zeitalter der Elektromobilität: der Akku) leer und muss wieder aufgefüllt werden. Wie man diese Erholung für sich gestaltet ist wohl eine Typfrage. Der eine erholt sich beim Sport, der andere beim Lesen oder Kochen. Der kürzliche Zusammenbruch des BMW-CEOs Harald Krüger bei seinem Auftritt auf der IAA – Kreislaufkollaps (!) – sollte jedenfalls ein deutliches Signal sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start zurück im Job und, dass die gewonnene Erholung möglichst lange anhält!

Bis bald

Ihr
Ingo Weber