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Wandel von Planung und Steuerung im Zuge der digitalen Transformation

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Die Unternehmensplanung ist eine zentrale Steuerungsaufgabe des CFO. Seit vielen Jahren steht der klassische Planungs- und Budgetierungsansatz in der Kritik. Dennoch zeigen aktuelle Studienergebnisse, dass Unzulänglichkeiten, wie nicht integrierte, vergangenheitsorientierte, inflexible und nicht mit der Strategie abgestimmte Finanzpläne nach wie vor in vielen Unternehmen vorherrschend sind. Dabei bieten neue Technologien effektivere Lösungen für Planung und Budgetierung, wodurch die Unternehmenssteuerung einem regelrechten Paradigmenwechsel unterliegt. Der klassisch vergangenheitsorientierte, starre und manuelle Excel-Ansatz ist nicht mehr zeitgemäß. Die digitale Planung und Steuerung ist automatisiert, intelligent und integriert sowie flexibel und prognostizierend.

Big Data ist eine entscheidende Grundlage für die digitale Planung und Steuerung. Die Sammlung und Bereitstellung von immer mehr internen und externen Daten ermöglicht völlig neue Planungsansätze und Steuerungslogiken. Bislang ungenutzte Datenquellen sind fortan nutzbar und können zur Erweiterung des bestehenden KPI-Portfolios beitragen. Werden diese KPIs in einem unternehmensweiten, integrierten Treibermodell abgebildet, so kann dies eine Verlinkung zwischen strategischer und operativer Planung ermöglichen. Dieser Ansatz unterstützt maßgeblich die Operationalisierung der Unternehmensstrategie.

Um die Flut der zunehmenden Mess- und Plandaten zu bewältigen, sind leistungsfähige Datenverarbeitungsmethoden erforderlich. Die In-Memory-Technologie, auf welcher unter anderem SAP S/4HANA basiert, ermöglicht automatisierte Messungen, Simulationen und Berichte in Real Time.

Neben effizienteren Datenbanktechnologien wirken sich vor allem auch die Fortschritte im Bereich Data Analytics und Machine Learning fundamental auf die Planung aus. Im Rahmen von Predictive Analytics werden mittels komplexer statistischer Verfahren Prognosen und Simulationen möglicher Szenarien erstellt. Die Automatisierung dieser neuen Planungsmodelle hat Einfluss auf den gesamten Planungsprozess. Der Ansatz des Rolling Forecast ergänzt in modernen Planungssystemen das aufwändig geplante Budget. Mittels automatisierter Forecasts kann der hohe manuelle Aufwand beseitigt und die Präzision deutlich gesteigert werden. Folglich fallen Routineaufgaben weg, weshalb Planer entlastet werden und sich auf „wertschöpfendere“ Aufgaben fokussieren können. Die hieraus resultierende Zeitersparnis erlaubt eine schnellere Rückkopplung, so dass Unternehmen flexibler und präziser auf Veränderungen reagieren und Fehlentwicklungen früher antizipieren können.

Für die digitale Planung werden spezialisierte Softwarelösungen benötigt, welche in den letzten Jahren zunehmend Bestandteil sog. Corporate Performance Management (CPM) Systeme geworden sind. Diese sind entweder als Modul in der jeweiligen ERP-Lösung integriert oder per Schnittstelle als externes System angebunden. Idealerweise deckt eine CPM-Lösung im Sinne des „Single Source of Truth“ Ansatzes über eine singuläre Plattform sämtliche Funktionen als integriertes System ab.

Dabei sind die Prozesse Planung, Budgetierung und Forecasting, Abschluss und Konsolidierung, Tax, Legal und Management Reporting eng miteinander verzahnt und bilden damit ein digitales System zur Unternehmenssteuerung. Durch die integrative Abbildung der einzelnen Funktionen und Systeme bieten CPM-Lösungen einen erheblichen Mehrwert. Mithilfe von Workflow-Funktionalitäten findet eine Integration über die Organisationsebenen und Abteilungen statt. Diese fördern den Prozessfluss, die Transparenz sowie insgesamt den Steuerungscharakter.

Die aktuellen Studienergebnisse sowie die Beratungspraxis zeigen, dass bisher nur wenige Unternehmen Nutzen aus diesen intelligenten Technologien ziehen. Bei den Entscheidungsträgern scheint hier noch ein gewisses Misstrauen zu bestehen. Unbestreitbar ist jedoch, dass eine digitale Planung und Steuerung zukünftig eine Grundvoraussetzung sein wird, um sich im hart umkämpften Wettbewerb behaupten zu können.

Autor: Andreas Funke

Ansprechpartner
FAS AG Jürgen Diehm Partner