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Verlustfreie Bewertung des Bankbuches

Im Rahmen der handelsrechtlichen Bilanzierung sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung auch für zinsbezogene Geschäfte des Bankbuches von Kreditinstituten anzuwenden. Da die Geschäftstätigkeit von Kreditinstituten im Bankbuch typischerweise jedoch keine 1:1 Refinanzierung beziehungsweise  Zinsrisikosicherung von Aktivgeschäften umfasst, ist für Zwecke der internen Risiko- und Ertragssteuerung, regelmäßig eine isolierte Einzelgeschäftsbetrachtung nicht zielführend. Vielmehr erfolgt die Steuerung regelmäßig auf Makroebene für das Bankbuch in seiner Gesamtheit als Refinanzierungsverbund.

Vor Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wurde für die handelsrechtliche Bilanzierung, mangels expliziter gesetzlicher Regelung und mangels Möglichkeiten zur hinreichend präzisen Bemessung, auf die marktzinsinduzierte Bewertung des Bankbuches verzichtet. Damit wurde die imparitätische Einzelbewertung (gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit  Nr. 4 HGB) für Geschäfte des Zinsbuches vernachlässigt mit Verweis auf die sogenannte „Bewertungskonvention“ nzw. „Bilanzierungskonvention“.

Konkretisiert wurden die handelsrechtlichen Vorgaben zur Ermittlung eines etwaigen Rückstellungsbedarfes im IDW RS BFA 3, der im August 2012 in seiner Erstfassung und im Oktober 2017 in einer neuen Fassung mit verschiedenen Ergänzungen und Klarstellungen verabschiedet wurde.

Dynamisches Marktumfeld und zunehmende Regulierung

Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld und die damit im deutschen Bankensektor einhergehenden angespannten Wettbewerbsverhältnisse mit geschrumpften Zinsmargen und entsprechenden Ertragsreduktionen, verdeutlichen die Notwendigkeit der möglichst präzisen Steuerung für das Zinsbuch. Entsprechend rückt auch die Ermittlung eines eventuell bestehenden Verpflichtungsüberschusses zunehmend in den Vordergrund, für den dann eine Rückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1, 2. Alternative HGB („Drohverlustrückstellung“) zu bilden wäre.

Nicht zuletzt rückt die Bankbuchsteuerung zunehmend in den Fokus der Aufsicht und der Prüfungsorgane, beispielsweise über die EBA-Leitlinien zur Steuerung des Zinsrisikos im Anlagebuch („interest rate risk in the banking book“, „IRRBB“). Konsequenterweise nehmen unsere Mandanten die gestiegenen Anforderungen vielfach zum Anlass, die ökonomische Steuerung zu optimieren und (mit Blick auf ein steigendes Zinsumfeld) nachhaltig zu stabilisieren.

Typische Fragestellungen zur verlustfreien Bewertung des Zinsbuches

Insbesondere durch die Orientierung an der internen Steuerung und die dadurch erforderliche Konsistenz zwischen HGB-Bilanzierung und ökonomischem Risikocontrolling sehen sich Kreditinstitute bei der Umsetzung der Anforderungen der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches gemäß IDW RS BFA 3 verschiedenen Fragestellungen ausgesetzt:

  • Vermeidung unnötiger Komplexität  unter Verwendung eines abgestuften Vorgehens („Sliding scale“)
  • Wahlrecht zur Methodik: GuV-orientierte (periodische bzw. zeitraumbezogene) oder barwertige (statische bzw.  zeitpunktbezogene) Betrachtungsweise
  • Objektivierbare und willkürfreie Bestandsabgrenzung
  • Festlegung relevanter Geschäftsdaten und Eingangsparameter
  • Ergebniskomponenten aus unterschiedlichen Fachsichten: Zahlungsströme, Buchwerte, Barwerte, Risiko-/Verwaltungs-/Refinanzierungskosten
  • Modellierung bestimmter Vertrags- bzw. Produktkonstellationen: Kündigungsrechte, negative Zinskonditionen, Ablauffiktionen bei unbestimmten Zins- bzw. Kapitalbindungen etc.
  • Bewertung: Festlegung der relevanten Diskontkurven
  • Methodenkonzeption für Risikokosten und Verwaltungskosten
  • Methodenkonzeption für Refinanzierungskosten und Wahlrecht zur Berücksichtigung der Refinanzierungswirkung von Eigenkapital
  • Vermeidung der Doppelberücksichtigungen bei Drohverlustrückstellungen und Risikokosten

Die FAS AG als erfahrener Partner für die verlustfreie Bewertung des Zinsbuches

Die FAS AG bietet Ihnen umfangreiche Leistungen bei allen Fragestellungen im Zusammenhang mit der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches. Dadurch profitieren Sie von unserer weitreichenden Erfahrung in der Fachkonzeption, der praktischen Implementierung und der kontinuierlichen Validierung und Weiterentwicklung maßgeschneiderter Lösungen für unsere Kunden:

  • Branchenkompetenz und Benchmark-Know-how aus Projekten bei Finanzinstituten unterschiedlicher Größen und mit unterschiedlichen technischen Gegebenheiten
  • Fachkompetenz und Erfahrung in der handelsrechtlichen Bankbilanzierung und zahlreichen Fachkonzeptions-, Umsetzungs- und Optimierungsprojekten
  • Methodenkompetenz in der Anwendung adäquater Ansätze unter Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Aspekten
  • Schnittstellenkompetenz der relevanten Fachbereiche Rechnungswesen, Risikocontrolling, Finanzcontrolling und Treasury

Bei Interesse und für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner
 Andreas Huthmann Managing Partner