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Bankplanung und -steuerung

"Nur wer weiß wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig"  -  Jürg Meier, Schweizer Publizist

In der Banksteuerung ist es wie in der Seefahrt: Nur wer die Koordinaten des aktuellen Standorts sowie des Ziels, die Begebenheiten auf dem Weg dorthin sowie die Beschaffenheit seines Bootes kennt und zudem noch reaktionsschnell ist, hat gute Chancen heil anzukommen.

Während es für Seefahrer Untiefen, Stürme und Nebel sind, stellt der Änderungsdruck im Kontext Regulatorik, Digitalisierung sowie Wettbewerb die Banken im Allgemeinen und die Banksteuerung im Speziellen vor große Herausforderungen.

Dabei stellen die folgenden Beispiele lediglich einen Auszug der Themenkomplexe dar, denen Banksteuerung und Bankplanung aktuell und in naher Zukunft gegenüberstehen.

Sicherstellung Analyse- sowie Ad-hoc-Fähigkeit

Gerade im Kontext eines sich schnell ändernden Umfelds und der zunehmenden Gefahr exogener Schocks (Corona, Klimawandel in Verbindung mit Naturkatastrophen etc.) ist es essentiell, zeitnah die Vulnerabilität des Instituts in Bezug auf diese Ereignisse durch dynamisch anpassbare Szenarien und vor allem Szenarioparameter abschätzen zu können. Neben der reinen Umsetzung von Stressszenarien beziehungsweise der Produktion der darauf basierenden Ergebniskennzahlen ist die Analysefähigkeit von Ergebnis- und Metadaten essentiell, um schnell und effektiv Ursache-Wirkung-Zusammenhänge zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Integrationsfähigkeit

Aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeit der einzelnen Funktionsbereiche der Bank ist es umso wichtiger, die Struktur der Banksteuerung nicht in Silos zu organisieren, sondern in einem integrierten Ansatz zusammenzuführen. Nur so lassen sich Implikationen einzelner Effekte auf das Institut gesamtheitlich abschätzen. Dabei bedarf es aus technischer Sicht eines hohen Grads an Kompatabilität beziehungsweise Integrationsfähigkeit der einzelnen zum Einsatz kommenden Systeme, Anwendungen und Schnittstellen.

Geänderte Rahmenbedingungen

  • Integration nicht finanzieller KPIs
    Die aufsichtliche Anforderung der Integration der ESG-Kriterien in den Steuerungskreis von Finanzinstituten setzt in einem ersten Schritt die Definition der steuerungsrelevanten Kennzahlen voraus. Eine große Herausforderung stellt dabei die Messbarkeit von Umwelt-, sozialen und Governance-Kriterien dar, da Sie in der Regel nicht über klassische finanzmathematische Methoden ermittelt beziehungsweise geschätzt werden können. Im Sinne von Bankplanung und -steuerung bedarf es hier der Definition einer geeigneten Ebene auf der diese Kriterien geplant werden können und der Wahl, unter Kosten-Nutzen-Aspekten, angemessener Methoden für deren Schätzung beziehungsweise Simulation.
  • Dynamisch anpassbare Strukturen
    Ob durch Zukäufe oder die eigenständige Schaffung neuer Geschäftsbereiche - die Strukturen beziehungsweise Segmente von Finanzinstituten befinden sich fortlaufend im Wandel. Auch die Simulation der Hinzunahme neuer Geschäftsbereiche setzt dynamisch anpassbare Strukturen im Rahmen der Banksteuerung und -planung voraus.
  • Neue Assetklassen (zum Beispiel Kryptoassets)
    Neben der steigenden Nachfrage nach Kryptoassetprodukten im Sinne der Geldanlage, sorgen nicht zuletzt regulatorische Aktivitäten wie die Veröffentlichung des Basler Ausschuss für Bankenaufsicht zum Thema „Prudential treatment“ von Kryptoassets dafür, dass sich Finanzinstitute mit der Abbildung von Kryptoassets in der Banksteuerung zunehmend beschäftigen. Neben klassischen Fragen der Risiko- und Kapitalsteuerung stellt die allgemeine Integration dieser Produkte in die IT-Landschaft und damit auch in ALM- sowie Planungsanwendungen Finanzdienstleister zunehmend vor große Herausforderungen.

Integration regulatorischer Anforderungen

Ob IRRBB, Normativer ICAAP oder CSRBB. Mit Ihren regulatorischen Anforderungen verlangt die Aufsicht nicht nur die Produktion reiner Berichtsgrößen, sondern die Integration dieser in den Steuerungskreis. Dabei liegt die besondere Schwierigkeit in der Prognose der jeweiligen Berichtsgrößen in der Regel für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren sowie in der Abbildung der Interdepedenzen zwischen den jeweiligen Anforderungen beziehungsweise Zielgrößen und Stressparametern.

Flexibilität

Die Abbildung von Katastrophenszenarien wie die Coronapandemie oder Naturkatastrophen (Waldbrände, Überschwemmungen etc.) hat die Bankenlandschaft in der jüngeren Vergangenheit vor nicht unerhebliche Herausforderungen im Sinne der Bankplanung gestellt. Zusätzlich hat das Auftreten neuer Wettbewerber im FinTech-Kontext gezeigt, dass die aktuellen Strukturen der Banksteuerung und -planung eine Integration beziehungsweise Abbildung entsprechender Effekte nicht ohne weiteres zulässt.

Technologischer Wandel

Die Entwicklung von worst-case Szenarien auf Basis von Expertenwissen und Try-and-Error-Verfahren ist mühsam und fehleranfällig. Neue Methoden wie Machine und Deep Learning sowie Data-Lineage-Systeme lassen einen deutlich effizienteren Prozess bei der Generierung solcher Szenarien zu. Häufig werden durch die Anwendung dieser Verfahren und Technologien Verwundbarkeiten im Sinne der Ertragskraft und Kapitalisierung identifiziert, die allein auf Basis historischer Erfahrungen nicht erwartet worden wären.

Das Team der FAS unterstützt Sie gerne dabei diese und andere Herausforderungen zu meistern, um Steuerung und Planung Ihres Instituts „seefest“ zu machen.