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Extrapolieren entlang der Zinsstrukturkurve

Vor kurzem stellte uns ein Teilnehmer in einem Kurs über Finanzinstrumente eine interessante Frage. Aber lassen Sie uns Ihnen zunächst ein wenig den Hintergrund schildern: Dieser Teilnehmer arbeitete in der Finanzbranche in einem sehr großen Konzern und stieß sicherlich auf Schritt und Tritt auf diverse Bilanzierungsprobleme. Eine seiner Aufgaben bestand darin, jeweils am Jahresende die Unternehmensanleihen, die sein Arbeitgeber hielt, nach IAS 39/IFRS 9 zu bewerten. Diese Anleihen wurden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert gehalten, weshalb es die Aufgabe des Kursteilnehmers war, ihren beizulegenden Zeitwert zu ermitteln.

ABER hier zeigt sich schon das Problem. Keine der relevanten Anleihen wurde an einer Börse gehandelt, weshalb ein schlichter Blick auf die Marktkurse einfach nicht weiterhalf. Was tat dieser Konzern also? Er stellte sich die Frage, ob nicht eine probate Methode zur Bewertung von Anleihen (und anderen Finanzinstrumenten) existiert, die mit einfachen Mitteln ohne sündhaft teure Software auskommt – mit dem, was wir bereits im Haus haben?

Klar gibt es die! Es ist die Extrapolation entlang der Zinsstrukturkurve. Diese Methode ist schnell, einfach, in Excel oder einem anderen Tabellenkalkulationsprogramm durchführbar und auch von den meisten Wirtschaftsprüfern akzeptiert. Man könnte nun einwenden, dass es genauere Bewertungs- oder Kursermittlungstechniken wie die arbitragefreie Kursermittlung, die relative Kursermittlung und viele andere mehr gibt. Das trifft zwar alles zu, doch unsere Methode ist mindestens ebenso gut wie die genannten – solange sich die Auswahl der Grunddaten für eine Zinsstrukturkurve begründen lässt.

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 Ingo Weber Vorstand