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TRG-Memo Nr. 2 – Erfassung von Umsatzerlösen auf Brutto- oder Nettobasis

Hintergrund

Nach IFRS 15 muss ein Unternehmen beurteilen, ob die Zusage darin besteht, die vereinbarten Güter selbst zu liefern bzw. die Dienstleistungen selbst zu erbringen (Hauptlieferant) oder im Auftrag eines Dritten handelt (Vermittlertätigkeit). Zudem sind alle Beträge, die im Namen Dritter einbezogen werden (z.B. einige Umsatzsteuern) vom Transaktionspreis auszuschließen. Es ist unklar, wie Unternehmen bestimmen, ob sie Kunden in Rechnung gestellte Beträge, wie Versandkosten, Erstattung von Auslagen sowie Steuern, gemäß IFRS 15 als Umsatzerlöse oder als Verringerung von Kosten darzustellen haben.

 

TRG-Diskussion

  • Das TRG sieht es als klar an, dass Beträge in den Transaktionspreis einbezogen und somit als Umsatzerlöse erfasst werden, wenn diese beim Unternehmen im Zuge der Erfüllung seiner Leistungsverpflichtung angefallen sind.
  • Mitglieder wiesen darauf hin, dass dies zur Folge hätte, dass Unternehmen für alle Länder, in denen sie tätig sind, bestimmen müssten, ob die eingezogenen Steuern auf das Unternehmen oder den Kunden erhoben werden.

 

IASB-Entscheid

März 2015: FASB entschließt Ausnahmeregelung, die es erlaubt Umsatzerlöse unter gewissen Voraussetzungen nach Abzug bestimmter Steuern darzustellen. Das IASB entschied jedoch, dass eine solche Ausnahmeregelung in IFRS 15 nicht notwendig sei, da es sich um ein Auslegungsproblem handle und der Sachverhalt mit den aktuellen IFRS-Vorschriften übereinstimme.

Ansprechpartner
 Dr. Christian Herold Partner