Kontakt

TRG-Memo Nr. 6 – Kundenoptionen für zusätzliche Güter/Dienstleistungen

Hintergrund

Bei der Entscheidung, ob eine Option zu einem materiellen Recht beim Kunden führt und nicht erstattungsfähige Vorauszahlungen in den Transaktionspreis einbezogen und auf die Leistungsverpflichtungen verteilt werden, wurden folgende Unklarheiten identifiziert:

1.)Müssen in die Bewertung nur aktuelle Transaktionen oder auch vergangene oder zukünftig erwartete Transaktionen einbezogen werden?
2.)

Muss ein Assessment nur quantitative Faktoren oder auch qualitative Faktoren berücksichtigen?

 

TRG-Diskussion

Zu 1.)Gem. Auffassung der TRG sollte ein Unternehmen Faktoren außerhalb der aktuellen Transaktion berücksichtigen.

Beispiel Bonuspunkte bei Kundenbindungsprogramm:
Ein Kunde erhält Bonuspunkte für den Einkauf von Waren. Bei der Bewertung, ob es sich hierbei um ein materielles Recht handelt, muss das Unternehmen berücksichtigen, dass der Kunde in zukünftigen Transaktionen weitere Bonuspunkte sammelt und diese einlöst.
Zu 2.)Ein Assessment sollte nach Auffassung der TRG sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren berücksichtigen.

Beispiel nicht erstattungsfähige Vorauszahlung:
Ein Kunde zahlt bei einem Servicevertrag neben der monatlichen Rate eine einmalige Vorauszahlung. Der Vertrag enthält auch eine Erneuerungsoption, die Vorauszahlung ist nicht erneut zu leisten. Bei der Beurteilung eines materiellen Rechts sollte das Unternehmen neben dem quantitativen Faktor (Vergleich, was Kunde bei Erneuerung im Vergleich zu Neukunde zahlt) auch qualitative Faktoren wie Verfügbarkeit und Preise von Servicealternativen berücksichtigen.

IASB Entscheid: Keine Anpassung, da Anwendung klar.

Ansprechpartner
 Dr. Christian Herold Partner